Kuksa, aus der Ahnenwerk[statt]:

Last Updated on 27/07/2021

Kuksa aus der neue Rubrik: die Ahnenwerk[Statt] Und damit erst mal Hallo meine Lieben

Kusak in der Quelle

Heute mal zwei Sachen, die in der Ahnenwerk(statt) erschaffen wurden: Kuksa (Finnland) oder auch Gucksi (bei den Nordsamen) und Kåsa (Schweden) und wie ich auf FB von Ria Idris erfahren habe nennt man diese in Norwegen «turkopp» oft – på tur og på jakt. Oder man nennt sie auch einfach Outdoortassen. 😀

Wer die Grabungsberichte über Haithabu kennt, hier vor allem die Holzfunde, sieht dort ähnliche Gefäße. Kurzum, Trinkgefäße in der Art gibt es schon lange! Nur wir hatten bis jetzt keine aus Holz. Das mußte sich ändern weil es nicht stilsichereres gibt und man ja unbedingt bei seinen Touren dabei haben muß 😉

Kuksa im Wasserfall
Kuksa WanderRabe und Frau WanderSchnuck
Rechts die Kuksa der Frau WanderSchnuck und Links die meinige. Übrigens beide Tassen habe eine Füllmenge von ca. 200ml
Kuksa am Brunnen
Frisches Quellwasser

Am Anfang stand, nein lag vielmehr eine Birke, die wohl in einem Sturm gefallen war und über die nächsten Wochen konnte man sehen wie einige Zweige ,Äste und mehr verschwanden. Als ich dann bei einem Ast sehen konnte dass das Birkenholz gestockt war, mußte ich meine kleine Säge mitnehmen und mir auch etwas davon heimholen. Als jemand der jetzt seit ein zwei Jahren gerne schnitzt (mehr kommt noch) braucht man ja Holzvorräte :-D.

  • Gestocktes Holz: Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen Zersetzungsprozess des Holzes, hierbei entstehen durch Pilze und Co farbliche Veränderungen, die wenn man sie nicht stoppt dazu führt dass das Holz weiter zersetzt wird. Wenn es in diesem Zustand dann aber getrocknet wird, wird der Prozess gestoppt und man hat ein wunderschönes Holz mit farblichen Veränderungen. z.b. diese Linien, Flecken etc. seltener kommt es auch zu grünen oder gar blauen Verfärbungen.

Jetzt lag das Holz da und ich fragte mich was wohl darin steckt und plötzlich sah ich da zwei Kuksa drin. Also Holz entrindet, den Stamm aufgespalten und dann in die entsprechende Länge zersägt. Und dann zur weiter Bearbeitung vorbereitet

Und los geht es zur eigenen Kuksa

Kuksa Rohling
Hier kann man schon schön sehen wie das Holz gestockt ist.

Ich habe für mich gemerkt, das es für mich Sinn macht, die Objekte auf ein Brett zu schrauben. Dadurch gewinne ich mehr Freiheit bei der Bearbeitung. Also nehme ich etwas Holz weg um die Schrauben besser rein drehen zu können. Falls Ihr mir das nachmachen wollt: Lasst das Holzstück länger. Ich Laie vertue mich gerne mal damit und hinterher muß ich umdenken.

Kuksa angesschraubt
Kuksa Mitte ermitteln

Dann kommt die eigentliche Phase die Idee umzusetzen. Auf dem Bild oben seht ihr das ich mit die ungefähre Mitte eingezeichnet habe. Das mache ich dann auch mit der Form, meißt aber nur grob da ich bis zum Ende hin recht flexibel bleibe.

Kuksa rohling

Hier habe ich dann erst mal mit einem Hohlbeitel die Aushöhlung vorgearbeitet.

Kuksa Hohlbeitel
Foto von Frau Wanderschnucks Kuksa
Foto von Frau Wanderschnucks Kuksa

Dann weiter mit einem Schnitzerbeil (nicht auf dem Foto) dem Stechbeitel und dem Schnitzmesser, alles wegnehmen was nicht nach der Kuksa aussieht 😀 Meist bearbeite ich mal die Innen mal die Außenseite des Werkstückes und nähre mich so meinen Ziel. Gerade beim gestockten Holz kann es nach ein paar Millimeter zu Überraschungen kommen. Das gestockte durchzieht nicht gleichmäßig das Holz und manchmal tauchen im Holz Einschlüsse auf die man nicht erwartet hat.

Kuksa Schnitzmesser
Foto von Frau Wanderschnucks Kuksa
Kuksa WanderSchnuck
Hier sehr schön zu sehen an der Kuksa bei Frau WanderSchnuck
Kuksa WanderRabe
Und hie die vom WanderRabe, also meine 😀

Am Ende….

kommt das schleifen und ölen. Ich sitze dann auf meinem Sofa in der Werkstatt, die Pfeife im Mund, gute Musik am laufen und schmirgele mir die Finger wund 😉 und dann öle ich das ganze immer wieder ganz dünn mit Leinöl. Das lasse ich dann bis zum nächsten Tag einziehen, wisch das ganze vorsichtig ab und fange wieder an. Mal jeden Tag mal warte ich auch ne Woche um es wieder einzuölen. Aber immer am Tag danach den Überschuss abwischen, sonst verharzt das Leinöl. Nach den ersten dreimal einölen, nehme ich noch ganz feines Schmirgelpapier und schleife die sich aufstellenden Fasern ab. So Körnung 400+. Da diese Kuksa auch rumbaumeln (am Rucksack) und mit Flüssigkeit in Berührung kommen etc. hab ich sie noch dreimal mit Tungöl eingeölt. Das schützt das Holz noch besser.

Kein Firnis verwenden, oder gar irgendwelche Lacke….Als Laie, kann ich sagen, dass das Leinöl ins Holz zieht und Aushärtet. Das Holz kann aber weiter „arbeiten“ oder wie ich sagen würde „atmen“. Bei einem Lack, würde man die Fläche versiegeln und das Holz darunter könnte verrotten. Hin und wieder kann und sollte man das Holz mal nachölen. Diesen Effekt hat man aber nicht bei Olivenöl und Co. das würde nicht aushärten. AUF KEINEN FALL: Spülmittel an die Kuksa ranlassen, damit schadet ihr dem Holz. Wasser reicht. Und ganz wichtig, die Lappen oder Papiertücher an dem das Leinöl dran ist, verbrenne ich immer. Es könnte zu einer Selbstentzündung bei geknäulten Lappen kommen. Daher nehme ich Papiertücher, die ich dann verbrenne.

So und noch mehr Bilder gibt es dann wieder im Fotoalbum.

Eurer Rabe Dankward

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Über Dankward

Eckdaten: Netzname: Dankward Baujahr: 70 Wohnort: Rheinhessen Seelentier: Rabe Katzenfreund: Wir haben 3 Stück Status: vergeben Pfeife rauchender Katzenkrauler und Motorradfahrer. Wanderer zwischen den Welten. Nie aufgebender Idealistischer Träumer mit einer großen Portion Skepsis. Ach ja und verbunden mit dem Glauben zwischen Animismus und Manismus des Nordeuropäischen Raumes.

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